Vielfältige Stimmen aus der Kunstszene
Führungsfragen im Kulturbetrieb: Warum die Doppelspitze ein Modell für kommunale Theater wäre (16.1.2026)
Die jüngste Entwicklung am Brandenburger Theater zeigt exemplarisch, wie kommunale Häuser mit Führungsvakanzen umgehen – und wo die Schwächen liegen.
Nach dem Weggang des künstlerischen Leiters im Sommer 2025 blieb die Position monatelang unbesetzt. Nun wurde eine interne Übergangslösung bis 2027 beschlossen. Es gab Initiativbewerbungen – darunter von prominenter Seite –, aber kein strukturiertes Ausschreibungsverfahren. Das ist kein Einzelfall. An vielen Häusern fehlt es an klaren Prozessen, wenn Leitungspositionen vakant werden.
Das Grundproblem: Struktur vor Namen
Die öffentliche Debatte dreht sich oft um Personen. Wer übernimmt? Welcher Name bringt Strahlkraft? Dabei wird übersehen, dass die entscheidende Frage eine andere ist: Mit welchen Mitteln und welcher Struktur soll geführt werden?
Ein prominenter Name an der Spitze klingt verlockend. Aber Prominenz allein füllt keine Haushaltslücken und ersetzt keine Strategie. Wer Visionen formuliert – etwa den Aufbau eines festen Ensembles –, muss zuerst klären: Woher kommen die Ressourcen? Was ist realistisch?
Ein Modell, das funktioniert: Die Doppelspitze
Viele kommunale Theater setzen noch immer auf das klassische Intendanzmodell – eine Person, die künstlerisch und oft auch wirtschaftlich die Verantwortung trägt. Dabei gibt es längst Alternativen, die sich bewährt haben.
Die Doppelspitze kombiniert Fachexpertise mit Erfahrung, wirtschaftliche Stärke mit künstlerischer Vision. Zwei Perspektiven, die sich ergänzen, statt eine Person, die alles allein stemmen soll. Es ist ein Modell, das Entscheidungen auf breitere Schultern verteilt – und das Risiko toxischer Machtkonzentration reduziert.
Interne Expertise nutzen
Was bei Führungswechseln oft übersehen wird: Das Wissen ist bereits im Haus. Abteilungsleitungen, Disponenten, Dramaturgen – sie kennen die Strukturen, die Stärken, die Schwachstellen. Ihre Perspektive einzubeziehen, wäre naheliegend. Doch allzu oft werden Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen.
Führungskultur als Branchenthema
Prof. Thomas Schmidt hat in seinen Essays oft thematisiert, wie Macht und Menschlichkeit in Kulturinstitutionen zu betrachten sind. Die Debatte über ethische Führung, nachhaltige Haushaltsführung und kollektive Verantwortung ist überfällig.
Übergangslösungen können Chancen sein – wenn man sie nutzt, um Fundamente zu legen statt auf den nächsten großen Namen zu warten.
Der Autor ist Künstlerischer Betriebsdirektor und kommentiert hier aus fachlicher Perspektive.
Geschichte, Kunst, Education & Multidisziplinarität
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Herausforderungen, wie unterschiedliche Vorstellungen oder Ressourcenschwierigkeiten, können durch regelmäßige Austausch- und Kooperation begegnet werden. Interessante Beispiele europaweit zeigen, wie innovative Projekte, wie zum Beispiel die Entwicklung neuer Formate für Kinder- und Jugendtheater, nicht nur das Publikum erweitern, sondern auch neue künstlerische Chancen schaffen. Eine enge Kooperation fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch den kulturellen Austausch, der das Musiktheater bereichert und diversifiziert.
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Lassen Sie sich von den einzigartigen Erfahrungen und Werdegängen verschiedener Kulturschaffender inspirieren. Diese Geschichten zeigen, wie Kunst Menschen verbindet und geprägt hat.
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In diesem Abschnitt fördere ich den Austausch zwischen Künstlern, Kritikern und Publikum. Hier finden Sie spannende Debatten zu den neuesten Entwicklungen in der Kunstszene.
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